Baikonur Tour 18.12.-22.12.2009
Mein Name ist Rudolf Pogrell, ich komme aus der Stadt Neubrandenburg, die im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern liegt, nördlich von Berlin.
Nachdem ich im letzten Jahr einen MiG-29 Flug, gebucht über Country of Tourism,
unternommen hatte, war der Wunsch sehr gross, die Wiege der russischen Raumfahrt
in Baikonur hautnah zu erleben.
Nach einem kurzen E-Mail Kontakt mit Michael Gorbatschew (Country of Tourism in Moskau), schloss ich den Vertrag ab, und die Reise nach Baikonur vom 18.-22.12.09
war gebucht. Der Höhepunkt dieser Tour sollte zweifelsfrei der erste Nachtstart der neuen dreiköpfigen ISS Besatzung von Weltraumbahnhof in der kasachischen Steppe am 21.12. werden, doch dazu später mehr.
Auf Grund der Flugplanung nach Baikonur und zurück nach Moskau hat es sich als sehr effektiv erwiesen, jeweils einen An- und Abreisetag mit Übernachtung (Berlin-Moskau-Berlin) einzuplanen. Die Übernachtungen und Taxitransfers in Moskau wurden ebenfalls durch Michael Gorbatschew gebucht und funktionierten perfekt!
Die Vorfreude auf diese Reise wuchs und am 17.12. war es soweit.
Flug mit Air Berlin ab Tegel, Ankunft in Moskau 17:30 Uhr, Abholung durch Michael Gorbatschew, Taxitransfer ins Hotel Maxima „Panorama“, ein sehr modernes und komfortables Hotel. Bei einem Spaziergang rund ums Hotel erlebte ich das winterliche und für das Jolkafest festlich geschmückte Moskau einmal ganz anders.
Am 18.12. war zeitig wecken angesagt, da wir schon um 8:00 Uhr auf dem Flugplatz Domodedowo sein mussten. Das Hotel hatte für Frühaufsteher ein reichliches Frühstückspaket gepackt. Alle sieben Teilnehmer unserer kleinen Reisegruppe waren pünktlich am Flugplatz, so dass unser Ural Airlines Sonderflug gegen 10:30 Uhr Richtung Kasachstan starten konnte. Pamela und July aus den USA waren bekannt mit einem der drei Astronauten, Vilesh aus Aserbaidjan war genau wie ich ein Raumfahrtenthusiast , Roman aus Perm, Pawel aus Sankt Peterburg sowie Oleg, unser Begleiter von „Country of Tourism“, waren die Fans auf der russischen Seite. Wir waren also eine interessante und wunderbar bunte Mischung aus verschiedenen Nationen, die
nur ein Ziel hatten…einen bemannten Raketenstart live zu sehen.
Der dreistündige Flug verging rasend schnell. Gegen 16:30 Uhr (3 Stunden Zeitumstellung) landete unsere TU 154 M auf dem Krainij Airfield. Unser Bus (Moskau Delegation No. 1) brachte uns in die Stadt Baikonur, wo wir im Hotel „Zentralnaja“ untergebracht wurden. Bei einem Bummel über den Arbat in Baikonur wunderten wir uns, dass um 18:00 Uhr noch die Sonne schien, dafür wurde es morgens aber erst ab 9:00 Uhr hell. Die südliche Lage im Winterhalbjahr macht es möglich.
Am Morgen des 19.12. starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück im Restaurant Sankt Peterburg unsere Exkursion zu verschiedenen Raketenstartplätzen. Wir sahen die Montagehalle der Sojusraketen, Museen, sowie die Häuser von Gagarin und Koroljow.
Welch unglaubliche Leistungen die Menschen in den Anfangsjahren hier vollbracht haben! Koroljows historischen Geräte und Materialien zu sehen, an Gagarins Tisch zu sitzen bis hin zur Raumfähre Buran, an deren Bedienpult wir sitzen konnten, war dieser Tag mit unvergesslichen Erlebnissen gespickt. Gigantisch, auf dem Startplatz der Energija zu stehen, der stärksten Rakete, die Menschen je gebaut haben.
Der 20.12. hielt ebensolche Höhepunkte bereit. Neben dem Besuch des Stadtmuseums, wo wir sehr viele seltene Exponate, wie den ersten „Sputnik“ sehen konnten, wurde uns die nunmehr 55- jährige Geschichte Baikonurs deutlich. Von den ersten Anfängen, wo die Menschen mit Hacke und Schaufel die erste Infrastruktur in dem damaligen Ort „Leninsk“ schufen bis zur heutigen 70 tausend Einwohner Stadt Baikonur war ein langer Weg.
Heute bringen Eisenbahnlinien die Ingenieure und Techniker zu ihren Arbeitsplätzen, hier gibt es Theater, Kino, Schwimmhalle, Sportplätze und viele Freizeitmöglichkeiten einer modernen Stadt.
Bei einem Besuch der Internationalen Weltraumschule haben wir gestaunt, welchen hohen Bildungsstandard die Kinder und Jugendlichen hier vermittelt bekommen. Als Höhepunkt durfte unsere Delegation reale Raketenstarts durchführen, von Modellen, die die Schüler selbst konstruiert und gebaut haben. Das war beeindruckend. !!
Nach dem Abendessen haben wir eine Ruhepause eingelegt. Schließlich startete unser Bus um 23:00 Uhr zum Raketengelände, wo wir die letzten Stunden vor dem Start der Besatzung miterleben konnten. Es herrschte höchster Sicherheitsstufe.
Wir fuhren zu dem Gebäude, wo die Besatzung die Raumanzüge anlegt und die letzten Untersuchungen stattfinden. Kurz nach Mitternacht kam die Besatzung aus dem Vorbereitungsraum. Unter dem Blitzlichtgewitter und „ Molozoi“ „ Prachtkerle“ Rufen, meldete Kommandant Kotow „ Breit zum Start“. Der Chef der Kommission bestätigte „Viel Glück“. Kommandant Kotow, sowie die Bordingenieure Noguchi aus Japan und Creamer aus den USA stiegen in den Sonderbus für die Besatzung und fuhren zum Startplatz, (Gagarins Start), wo die Sojus TMA 17 startbereit stand.
Die Angehörigen der Kosmonauten, Journalisten der verschiedenen Länder und auch unsere Gruppe fuhr nun mit Bussen zum Aussichtspunkt, ca. 1800m vom Startplatz entfernt, um die letzten drei Stunden des Countdowns mit zu erleben.
Es gab Tee, Kaffee und Sandwich. Alkohohl vor dem Start ist untersagt und bringt Unglück.
Um 3:52 Uhr am 21.12. war es dann soweit, die letzten Sekunden wurden über Lautsprecher gezählt. Die Anspannung kannte keine Grenzen. Dann die Zündung der Triebwerke. Die kasachische Steppe wurde taghell. Mit einem Donnergrollen erhob sich die Sojus Rakete vom Starttisch. Der erste bemannte Nachtstart in Baikonur lief ab wie im Bilderbuch. !!!
Nach 15 Minuten fuhren wir mit dem Bus zum Startplatz. Was für ein Erlebnis! Der Geruch des Raketentreibstoffes lag noch in der Luft. Die Luft flimmerte noch von der Wärme der Abgase. Die Techniker inspizierten das Gelände. Alles war in Ordnung.
Alle beglückwünschten sich zu diesem gelungenen Start. Was für ein Erlebnis!!!
Nach der 80 - minütigen Busfahrt waren wir gegen 6:00 Uhr müde und glücklich im Hotel. Nun war erst einmal schlafen bis 13:00 Uhr angesagt.
Nachdem wir ausgeschlafen und gegessen hatten, besichtigten wir am Nachmittag den Aussichtspunkt Gagarins am Syrdarja Fluß sowie das Hotel und die Allee der Kosmonauten. In diesem Bereich sind die Kosmonauten 14 unter Quarantäne untergebracht und jeder von Ihnen pflanzt einen Baum, eine schöne Tradition, von der wir uns überzeugen konnten. Natürlich war Gagarins Baum mittlerweile der Größte.
Am 22.12. war denn der Rückflug nach Moskau. Erlebnisreiche Tage und Stunden gingen zu Ende, die wir nie vergessen werden.
Inzwischen steht der Jahreswechsel vor der Tür und wir haben uns gegenseitig Glückwünsche geschickt.
Allen Beteiligten von Country of Tourism wünsche ich ein gutes Jahr 2010.
Vor allem Michael zur Geburt der kleinen Tochter alles Gute.
Vielen Dank an Oleg für die Begleitung der Tour.
Bis zum Wiedersehen. Do Swidanija.
Rudolf Pogrell
Neubrandenburg
PogrellRudolf@JohnDeere.com
Sehen Sie hier unsere Baikonur Tour
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